Bericht zu unserem ersten Vortrag in der Rheinpfalz

Am 2. April hat die Rheinpfalz auf der Seite 03_LLUD einen großen Beitrag über unseren Vortrag am 29. März bei der Fotografischen Gesellschaft Ludwigshafen veröffentlicht.
Trotz geringer Werbung (eine kleine Ankündigung im Mannheimer Morgen, und Weitersagen) kamen 50 Besucher, sonst sind es meist unter 20. In fast zwei Stunden gab es viel zu sehen und zu hören: Wir beide berichteten im Wechsel über vier unserer 42 Reisen mit den Fotos aus dem Blog auf großer Leinwand, dazwischen erläuterten wir das Projekt und erzählten über Erfahrungen beim Packen und Bahnfahren sowie Statistik. Die Mischung kam bestens an.

(Zum Lesen anklicken, evtl. zweimal, danach zurück)

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Vortrag über das Projekt in LU

Am Donnerstag, den 29. März hat uns die Fotografische Gesellschaft Ludwigshafen eingeladen, bei Ihnen einen Vortrag – den ersten – zu halten.
Gäste sind herzlich willkommen! Wir freuen uns, wenns voll wird! Eintritt frei.

Donnerstag, 29. März 2012 um 20 Uhr
im Volkshaus Gartenstadt, Königsbacher Str. 12 in 67067 Ludwigshafen.

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Hinweise und Pläne

Stand: 14.01.2012 18:30

Soeben wurde ein Pressebericht in der “Neuen LU” Januar hochgeladen.

Die Seite wird weiter gepflegt. Presseberichte und Aktionen zum Projekt stellen wir online. Hin und wieder werden wir auch – nicht mehr so ausführlich – von weiteren Deutschlandreisen berichten, ganz neu ist unsere Silvester-Nachtwanderung.
Es lohnt sich also, weiter dranzubleiben!

Die Schlagwort-Vergabe ist abgeschlossen!
Im Reiter “Schlagwörter” sind sie alle aufgelistet und erläutert. Dann kann man interessengesteuert suchen.
Auch bei den Kategorien wird “Tage und Ziele” feiner aufgeteilt in Ziel Ideengeber, eigenes Ziel, Reisetag, und es gibt Zusatzreise für Berichte außerhalb des Projektzeitraums.

Am 2.11. waren wir live in der Landesschau im SWR-Fernsehen Rheinland-Pfalz (nicht Baden-Württemberg!!!), gleich um 19:00 ging es im Couchgespräch mit uns um die Bahn-Zeit-Reise, natürlich nur 5 Minuten, aber für Details gibts ja diesen Blog. Wir haben schon Rückmeldungen per Telefon und Mail, alle waren begeistert. In die SWR-Mediathek wurden wir leider nicht gestellt, aber mein Kollege Andreas hatte es aufgenommen und mich mit der DVD überrascht, vielen Dank! Jetzt haben wir uns auch gesehen, uns hats gefallen.
Zum SWR-Couchgespräch in der Landesschau RP vom 2.11.2011
Zum Clip des OK Ludwigshafen vom September 2011

Wir recherchieren, kontakten und konzipieren intensiv an Möglichkeiten für ein Buch, Ausstellung, Vorträge. Ideen und Anfragen sind jederzeit hochwillkommen!

Mein Mathematiker-Hobby, die Statistik, ist wieder weiter gewachsen, es gibt jetzt Bahnhofs- und Übernachtungszahlen.

Die letzte Reise des Projektes ist zuende, die Bahncard 100 endete am 9.10.11, wir sind wieder öfter zu Hause.

In der Titelleiste habe ich unter “Bahnfahren” einige Tipps und Erfahrungen aus dem Reisejahr zusammengestellt.

Unsere Reiseberichte finden Sie chronologisch nach Tagen über das Archiv, die neuesten direkt hier im Anschluss. Dazwischen eingeordnet sind die Presseberichte. Interessante Artikel finden Sie auch rechts über die Schlagworte oder Kategorien oder die Suche, die auch Kommentare berücksichtigt.
Allgemeine Daten und Statistik zu diesem Reiseprojekt sind über die Links in der Titelleiste neben Home zu finden.

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Bericht in der neuen LU

Im Januar ist ein Rückblick auf unser Projekt in der offiziellen Ludwigshafener Stadtzeitschrift “Neue LU” auf Seite 22 – Kultur erschienen:
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31. Dezember: Silvester a la Bahn-Zeit-Reise

Straßenbahn nach Bad Dürkheim, Menü und Nachtwanderung durch Felder nach Ludwigshafen, Feuerwerk in Ruchheim

Eigentlich wollten wir ähnlich wie im letzten Jahr feiern: Silvestermenü im Hofgut Ruppertsberg, vorher Schneerundgang mit Glühwein und Blick über die Hochfläche der Weinfelder auf die Weinstraße und in die Rheinebene im nächtlichen Leuchten.
Letztes Jahr hatten wir recht spät gebucht, es hatte geklappt. Da hätten wir uns nicht drauf verlassen sollen: diesmal waren zwei Monate Vorlauf schon zu wenig. Dann dachten wir im Reisesinne nach, fanden am Ostrand von Bad Dürkheim ein neues Restaurant in einem Neubau, angeschlossen an ein Weingut, und kamen auf eine Nachtwanderung Richtung Ludwigshafen in den Jahreswechsel hinein, sozusagen eine Steigerung des Rundgangs vom letzten Jahr. Als dann doch die Zusage für Ruppertsberg kam, haben wir sie nicht mehr angenommen, unsere Idee gefiel uns besser.
Die ganzen Tage davor und an Silvester sind die Wetteraussichten schlecht: meist regnet es, der Regenradar ist flächig blau. Im Reisejahr hat uns das nicht abgeschreckt, Kleidung und Ausrüstung sind optimiert, wir bleiben dabei.
Ab 17 Uhr wird, wie immer etwas knapp, umgezogen und gepackt, etwas Erinnerung an die Reiseroutine ist noch da und wird – hoffentlich nachhaltig – aufgefrischt. Um 17:36 steigen wir am Pfalzbau in die Rhein-Haardt-Bahn, unsere historische Straßenbahnlinie, die ab Ludwigshafen-Oggersheim durchs freie Feld und die Weinberge nach Bad Dürkheim fährt. Am Depot Bad-Dürkheim-Ost steigen wir aus, es regnet, mit Schirm gehen wir die gut 500 Meter aus der Stadt raus zu der Weinbau-Siedlung am Neuberg, das neue rote Haus der “Vinothek und Restaurant Pauls” des Weingutes Castel Peter leuchtet uns entgegen. Wir sind angenehm überrascht: uns empfängt eine klare, ästhetisch gelungene Innenarchitektur mit einer hohen Vorhalle und zentraler Bar, in der auch die Weine präsentiert werden. Dahinter sind die Funktionsräume, auf denen der Haupt-Gastraum als Empore mit Überblick angeordnet ist. Trotz Verzicht auf Vorhänge und Stoffmassen ist die Akustik angenehm, in die Balken der Decke wurden geschickt und unauffällig Akustik-Dämmelemente eingebaut. Der Service ist von Anfang bis Ende sehr freundlich, aufmerksam und zuvorkommend, wir suchen uns drei Gänge aus, zu denen es Rehrücken als Gruß aus der Küche gibt. Pfälzische Küche wird auf der übersichtlichen, aber abwechslungsreichen Karte heute nicht präsentiert, würde auch nicht zum Anlass passen. Sicher sind nicht alle SlowFood-Kriterien erfüllt, die Regionalität stimmt hauptsächlich beim Wein. Wir sind jedenfalls von Qualität, Präsentation und Ambiente vollkommen überzeugt und damit nicht die Einzigen; kurz nach uns füllen sich langsam alle Tische. Wegen unserer Wanderung gehören wir zu den Ersten, die gehen: Um 21 Uhr starten wir in den Regen, dem ich allerdings nach Regenradar noch 15 Minuten gebe, danach haben wir vielleicht sogar bis zum Ende Ruhe. Und so kommts auch: Es wird weniger, nieselt in der nächsten halben Stunde noch öfters, dann wirds trocken und bleibt bedeckt. Es ist warm: wir hatten uns auf Kälte vorbereitet, am Ende laufen wir mit offener Jacke, sowieso handschuhfrei und schwitzen sogar. Unter den Wolken ist rundrum viel Licht: die umgebenden Dörfer leuchten, die Weinstraße und die Städte am Rhein sowieso. Das Licht gibt den Wolken Struktur, Windräder blinken als rote Punkte, Haardt und vielleicht sogar der Odenwald zeichnen sich am Horizont ab. Grandioser Überblick! Trotz Nässe und Dunkelheit erkennen wir die Wegspuren gut, das Auge gewöhnt sich an die Lichtverhältnisse, und wir können das umgebende Lichtschauspiel von unseren einsamen Feldwegen aus wunderbar genießen. Hin und wieder zieht mal das Lichtband einer Straßenbahn übers Feld, die Lichter von Autos und Autobahnen durchziehen die dunkle Umgebung. Der leuchtende Pylon der Ludwigshafener Hochstraßenbrücke am Horizont kommt verdächtig schnell näher und entpuppt sich als angestrahlter Kirchturm von Ellerstadt. Rückblickend im Westen zieht sich spitz ein kleines Lichtermeer in den Himmel; es könnte der Hang der Limburg hinter Bad Dürkheim sein. Die Stirnlampe kommt nur für den Blick auf die Karte oder an Abzweigungen zum Einsatz. Mit der topografischen 1:50.000-Karte komme ich wunderbar klar, markierte Wanderwege gibts in dieser untouristischen Fläche sowieso nicht, dafür genug ausgebaute Wirtschaftswege. Nicht immer ist es einfach, Autobahnen und Bahnstrecken zu überwinden, die Orientierung klappt aber bestens. In den Weinbergen sind die Wege gut begehbar, Richtung Rhein geht es dann in Acker- und Gemüsebau über, da wurde dann im Wortsinne “geackert”, die Wirtschaftswege sind unter Schlammschichten und Traktorspuren versteckt und mit Pfützen übersät. Ob wir uns da im Hellen überhaupt durchgetraut hätten? Wir sind offenbar auch die Einzigen, die sowas machen, schon erst recht in dieser Gegend. Vor Maxdorf treffen wir auf den einzigen Wald, auch dort sehen wir ohne Lampe und ohne Schnee genug. In Maxdorf-Süd treffen wir passend auf die Straßenbahn, lassen sie aber fahren, wir haben noch nicht genug. Entlang der Bahnschienen überwinden wir die Autobahnen und landen kurz vor Mitternacht in Ludwigshafen-Ruchheim, haben also die Stadt erreicht. Wir starten Richtung Ludwigshafen-Oggersheim, vielleicht reichts ja für die Bahn um 0:36, mit den weiteren sieben Kilometern bis an den Rhein wollen wir uns die Nacht auf jeden Fall nicht vertreiben. Um 0:00 sind wir zufällig in der Pfarrer-Friedrich-Straße, packen auf einem Mauerpfosten unsere Sektflasche aus und stoßen auf das neue Jahr an. Noch ist es sehr ruhig, einzelne Raketen fliegen durch die Umgebung, doch langsam öffnen sich die Häuser, und Kästen mit Feuerwerksbatterien werden mitten auf der Straße platziert, und wir sind mittendrin. Die nächste Viertelstunde knallt, kracht und leuchtet es rundum dicht und überall, es riecht zunehmend und wird diesig. Da haben wir doch zufällig einen tollen Ort für den Jahreswechsel getroffen, ganz anders als der Überblick von unserem Hochhaus. Wir kehren um, Oggersheim ist nach dieser “Verzögerung” nicht mehr zu schaffen, wir sind auch so mit unseren 14 Nachtkilometern hochzufrieden. Auf dem Weg zur Bahn prosten wir Anwohnern zu, dann kommt um 0:24 die recht leere Silvester-Zusatzbahn aus dem Dunkel, erst in der Innenstadt füllt sie sich mit jungen Leuten. Wir fahren bis zum Berliner Platz, um die Bescherung zu begutachten: alles übersät mit Raketenresten. Hier gings noch eher klassisch zu: Papiertürmchen und -fetzen, Raketenstiele, nicht der Overkill mit den automatischen Feuerwerksbatterien wie im Vorort, der professionellen Feuerwerken kaum nachstand. Am Kamin lassen wir den Tag mit dem Sektrest aus dem Rucksack ausklingen und sind noch von den Eindrücken unserer Wanderung ausgefüllt.
PS: Fotos gibts keine. Wir hatten uns entschieden: entweder Wandern oder die Spiegelreflex mitnehmen und mit Stativ herumexperimentieren, um die vielen Lichtstimmungen passend einzufangen. Das hätte gedauert und der Wanderung einen anderen Charakter gegeben.

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Bericht im Pilger des Bistums Speyer

Im wöchentlich erscheinenden Blatt des Bistums Speyer, dem Pilger, ist in der Ausgabe 49/2011 auf Seite 14 ein Bericht über unser Reisejahr erschienen.
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Unsere Genuss-Erlebnisse im SlowFood-Magazin

In der aktuellen Ausgabe 6/2011 des SlowFood-Magazins auf Seite 74 berichten wir doppelseitig von unseren besten Genuss-Erlebnissen in Deutschland.
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Bericht im Dezember-Meier

Das Varanstaltungsmagazin der Metropolregion Rhein-Neckar, der Meier, über den wir uns übrigens vor über 16 Jahren kennengelernt haben, hat in seiner Dezember-Ausgabe einen kurzen, aber originellen Rückblick auf unser Projekt veröffentlicht:
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11. bis 13. November: Berlin und Wolfsburg

Berlin: Fotoseminar und Wolfsburg: Kunstmuseum

Bei uns leicht neblig, unterwegs sonnig, in Berlin dunkel, so starten wir Freitag mittag, mit Fahrschein und ausnahmsweise auf reservierten Plätzen, der ICE ist schließlich am Freitag nachmittag rappelvoll. Die Hotelwahl ist günstig: zwischen Potsdamer Platz und Halleschem Tor. So können wir gleich mit RE vom Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz fahren, am Ausstieg gibts sogar den ersten Glühwein neben der Eisrodelbahn, passend dazu hat Berlin Handschuhwetter mit kaltem Wind bereit. Am Abend habe ich fußläufig am Mehringdamm ein vegetarisches Restaurant ausgesucht, die Seerose. Es entpuppt sich dann eher als Wohnstube mit Buffettheke, ist aber auch ein Erlebnis: viel Auswahl, günstige Preise, am Freitag zusätzlich mit Seezunge und Tiramisu als Nachtisch. Lecker, mit leichter Kantinenatmosphäre, jeder sitzt mit jedem am Tisch. So bleibt noch genug Zeit, den Abend angenehm im Hotel ausklingen zu lassen; die weitere Versorgung lässt sich in einem der Berliner Spätkäufe problemlos auf dem Weg erledigen.
Am Morgen startet das Seminar um zehn, da ist es günstig, dass wir mit der U-Bahn direkt in vier Stationen und kurzem Fußweg dorthin kommen, da müssen wir erst – oder schon – um neun zum Frühstück.
Im Juli waren wir im Reisejahr zur früheren Folge der Seminarreihe, heute treffen wir alles in fortgeschrittenerem Stadium wieder. Jedes der acht Projekte hat 45 Minuten, jeder sagt, was er vom heutigen Termin erwartet, und präsentiert dann seinen Stand, meist eine exemplarische Bilderserie und ein Projekt-Exposé. Interessant ist es, die anderen Ergebnisse zu sehen und von den Schwierigkeiten zu hören, mit denen alle zu kämpfen haben. Auch bei uns ist es nicht gar nicht einfach; aufgrund der Menge des Materials fällt es uns schwer, wie beabsichtigt ein Ausstellungsprojekt herauszudestillieren. Wir waren in dieser Woche zur Beratung im Kunstverein, jetzt ist uns klar, dass wir mit einem schlüssigen, zündenden Konzept und Beispielen kommen müssen. Keiner wartet auf uns, liest die Fülle und entscheidet dann, mit uns oder – das wäre uns am liebsten gewesen – für uns aus dem ganzen Blog und was wir sonst noch haben ein Projekt zu schnitzen. Wir sind erstmal schon daran gescheitert zu klären, ob wir einen Ausschnitt nach Tagen oder Themen bilden sollten, ob Ausstellung, Vorträge oder Buch das Geeignete sind.
Jetzt sieht die Gruppe unser Material und bald wird klar: Das Projekt lebt von der “Opulenz”, jedes Zusammenstreichen ist unpassend, auch die Fotos müssen sein. Es läuft also auf ein Buch hinaus. Jetzt sehen wir wenigstens Licht am Ende des Tunnels, oder besser, wir wissen überhaupt, durch welchen Tunnel die beste Richtung verlaufen könnte, und brauchen (noch) nicht frustriert stehenzubleiben und aufzugeben. Lassen wir uns also überraschen, was wir zusammengebaut bekommen und ob wir jemanden damit überzeugen können.
Wir belohnen uns mit einem ungewöhnlichen Abendessen: ich habe das Volt gefunden, ein gehobenes Restaurant in besonderem Ambiente, dem Alten Umspannwerk am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg, wohin wir vom Seminarort in Neukölln zu Fuß hinlaufen können. Unter den Köstlichkeiten, die wir essen, fallen besonders die Kürbissuppe und das Kürbiskraut mit Ingwer auf, auch das Rotkraut und die Variationen vom Bratapfel als Dessert sind sehr fein; das alles ist die Mehrkosten absolut wert. Die alte, oberirdische U1 bringt uns zurück zum Hotel, wo wir den Tag noch gemütlich zusammenfassen können.
Am Sonntag Morgen können wir eine halbe Stunde später frühstücken, dann fahren wir bei strahlendem Sonnenschein und Rauhreif nach Wolfsburg, wo wir uns Ausstellungen vorgenommen haben. Wir fahren extra mit dem IC, der hält in Stendal, netterweise eine Minute zu früh, so dass wir uns sogar vier Minuten mit Onkel Klaus, den wir im Reisejahr mehrfach gesehen haben, auf dem Bahnsteig treffen können. Der ist topfit und mit dem Fahrrad gekommen, immerhin hat er diesmal Handschuhe in der Jackentasche.
In Wolfsburg suchen wir zunächst nach der Kunststation im Bahnhof. Das steht zwar dick im Eingangsbereich über einer Nische, wir bringen das allerdings nicht richtig zusammen, weil uns noch irgendwas von einem Tunnel im Gedächtnis ist. Wir finden einen vom Parkplatz zum Tor 17 von VW, unter der Bahn und dem Mittellandkanal hindurch. Dort gibt es Fotos von Heidersberger zum Wolfsburg der 60er Jahre, die schauen wir an, obwohl wir sie nicht gesucht haben. Dann googeln wir nochmal, und es wird klar: wir müssen im Bahnhof schon davor gestanden haben. Es ist nur eine Nische zwischen den zwei Eingängen mit zwei größeren Wänden, die groß mit zwei Wolkenmotiven von Heidersberger, wie er sie zur Montage in seinen vielen Wolfsburg-Bildern verwendet hat, bedruckt sind. Jetzt erinnern wir uns auch an die Kunstnische, da haben wir uns selbst gut reingelegt, aber es ist ja nichts passiert, wir haben nur zuviel erwartet. Wir erwischen gleich einen Bus, das ist dann wieder Glück beim sonntäglichen Halbstundentakt. Im Kunstmuseum ist viel los, wir kommen vorwiegend wegen “Cartier-Bresson – Landschaften” und starten mit seinen Fotos. Die Hängung dieser bekannten, noch von ihm selbst ausgewählten Motive ist erstmals nach formalen Gesichtspunkten und nicht nach Chronologie erfolgt, dadurch tritt sein einmaliges Gespür für Ort, Zeitpunkt und Ausschnitt, auf den Punkt vereint, noch deutlicher hervor, und bei 50 Jahre alten Fotos kommt es auf die zeitliche Reihenfolge wirklich nicht mehr an. Die Hauptausstellung “Die Kunst der Entschleunigung – Bewegung und Ruhe von Caspar David Friedrich bis Ai Weiwei” lassen wir uns durch eine Führung näherbringen. Die ausgewählten Werke an sich sind hochklassig; für unser Empfinden ist die Verbindung mit dem Thema öfter etwas weit hergeholt und die Kontrastanordnung zwischen Bewegung und Ruhe recht plakativ. Gegen Abend erreichen einen pünktlichen, durchgehenden Zug und finden zwei Plätze nebeneinander, reserviert, aber nicht in Anspruch genommen. So erreichen wir bequem die Heimat, jetzt kommt die Arbeit am Projekt.

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Interview in der Rheinpfalz

Die Rheinpfalz hat am 9.11.11 im Marktplatz LU ein Interview mit Marlis geführt:
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