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	<title>Bahn Zeit Reise &#187; Tage + Ziele</title>
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	<description>Bahncard100-Reisen zu Orten der Erinnerung oder Sehnsucht von Ideengebern</description>
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		<title>Vortrag über das Projekt in LU</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 21:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tage + Ziele]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Donnerstag, den 29. März hat uns die Fotografische Gesellschaft Ludwigshafen eingeladen, bei Ihnen einen Vortrag &#8211; den ersten &#8211; zu halten. Gäste sind herzlich willkommen! Wir freuen uns, wenns voll wird! Eintritt frei. Donnerstag, 29. März 2012 um 20 &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2012/03/23/vortrag-uber-das-projekt-in-lu/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag, den 29. März hat uns die Fotografische Gesellschaft Ludwigshafen eingeladen, bei Ihnen einen Vortrag &#8211; den ersten &#8211; zu halten.<br />
Gäste sind herzlich willkommen! Wir freuen uns, wenns voll wird! Eintritt frei.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Donnerstag, 29. März 2012 um 20 Uhr</strong><br />
im Volkshaus Gartenstadt, Königsbacher Str. 12 in 67067 Ludwigshafen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Bericht im Pilger des Bistums Speyer</title>
		<link>http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/12/08/bericht-im-pilger-des-bistums-speyer/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 22:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tage + Ziele]]></category>

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		<description><![CDATA[Im wöchentlich erscheinenden Blatt des Bistums Speyer, dem Pilger, ist in der Ausgabe 49/2011 auf Seite 14 ein Bericht über unser Reisejahr erschienen. (Zum Lesen bitte klicken, evtl. 2x, danach zurück)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im wöchentlich erscheinenden Blatt des Bistums Speyer, dem Pilger, ist in der Ausgabe 49/2011 auf Seite 14 ein Bericht über unser Reisejahr erschienen.<br />
<span id="more-5225"></span><br />
(Zum Lesen bitte klicken, evtl. 2x, danach zurück)<br />
<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/12/Pilger201149_S14.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/12/Pilger201149_S14-212x300.jpg" alt="" title="Pilger201149_S14" width="212" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-5226" /></a></p>
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		<title>9. Oktober: Bautzen und letzte Rückfahrt</title>
		<link>http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/09/9-oktober-bautzen-und-letzte-ruckfahrt/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 20:42:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bautzen: Stadtführung und Türme, leicht aufregendes Ende der Rückfahrt über Mitternacht und Empfang zurück Die letzte Nacht des Reisejahres ist vorbei, das Hotel Alte Gerberei ist mit dem Appartment über das gesamte Dachgeschoss und direkt an der Spree ein Höhepunkt. &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/09/9-oktober-bautzen-und-letzte-ruckfahrt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bautzen: Stadtführung und Türme, leicht aufregendes Ende der Rückfahrt über Mitternacht und Empfang zurück</strong></p>
<p>Die letzte Nacht des Reisejahres ist vorbei, das Hotel <a href="http://www.hotel-alte-gerberei.de/">Alte Gerberei</a> ist mit dem Appartment über das gesamte Dachgeschoss und direkt an der Spree ein Höhepunkt. Wir beeilen uns mit dem Packen und erreichen die Stadtführung im Zentrum. Es ist richtig kalt, vier Grad am Morgen, ohne Handschuhe geht es nicht, fast alle Kleidungsschichten sind im Einsatz. Wenn das Jahr noch weiterginge, wäre wieder die Winter-Packliste dran. Wir erfahren beim Rundgang einiges über Geschichte und Handel auf der Via Regia, die Tuchmacher und die Vergangenheit der zwei 1904 und 1906 eröffneten Gefängnisse, die während der NS-Zeit und in der DDR eine unrühmliche Rolle spielten und heute noch in der Welt mit dem Namen Bautzen in Verbindung gebracht werden. Mielkes Sondergewahrsam Bautzen II ist heute Gedenkstätte. Weiter auffallend sind die mehr als zehn Türme, Stadttürme, Rathausturm, Kirchtürme und alte und neue Wasserkunst, mechanische Pumpwerke mit Zwischenspeicher, um bis zum 19. Jahrhundert die auf dem Plateau liegende Stadt mit Spreewasser zu versorgen.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103744.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103744.jpg" alt="" title="DS103744" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4783" /></a> Fachwerk hat die Stadt übrigens keines, weil nach mehreren Stadtbränden der Holzbau verboten wurde<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103745.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103745.jpg" alt="" title="DS103745" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4784" /></a> und Brandmauern zwischen den Häusern vorgeschieben wurden. Zur Wende war die Altstadt nur noch gering bewohnt und verfiel, da keine funktionierende Entwässerung existierte, nach der Wende wurde viel investiert<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103758.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103758.jpg" alt="" title="DS103758" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4785" /></a> und restauriert, heute ist wieder Leben in die Altstadt zurückgekehrt,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103760.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103760.jpg" alt="" title="DS103760" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4786" /></a> es gibt 30 Lokale, Touristen und viele Bewohner, bis auf spezielle Problemfälle ist alles saniert und sieht als ganzes Stadtbild wirklich gut aus, wozu das malerische Spreetal<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103749.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103749.jpg" alt="" title="DS103749" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4787" /></a> deutlich beiträgt. In und um eine alte Kirchenruine<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103747.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103747.jpg" alt="" title="DS103747" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4788" /></a> am Hang hat sich ein fast genauso alter Friedhof ausgebreitet. Es gibt noch mehr Überraschungen am Reiseende: die spätgotische Kirche St. Petri ist Simultankirche;<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103762AL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103762AL.jpg" alt="" title="DS103762AL" width="187" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4790" /></a> ein Geländer teilt sie, es gibt zwei Altäre und zwei Orgeln, und an der Trennstelle hat das Gebäude einen leichten Knick, beim Anbau konnte man wohl nicht ganz in der selben Richtung weiterbauen. Beim Aufstieg im Turm von St. Petri landen wir der einzigen noch bewohnten Türmerwohnung; Frau Kuschel hält am Wochenende am Nachmittag den Turm geöffnet, in der Woche steigen beide zur Arbeit in die Stadt hinab. Die Erzählungen zum Leben hier oben sind sehr interessant, ebenso der Turm<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103782F.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103782F.jpg" alt="" title="DS103782F" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4791" /></a> selber auf dem höchsten Punkt der Altstadt mit seinem verknoteten Holzgestühl und seinen acht kleinen, offenen blumengeschmückten Fenstern,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103774.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103774.jpg" alt="" title="DS103774" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4792" /></a> an denen die Türmerfamilie<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103778.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103778.jpg" alt="" title="DS103778" width="186" height="280" class="alignright size-full wp-image-4793" /></a> alle zu sehenden Objekte beschriftet hat. Ähnlich gut ist die Sicht vom Reichenturm, nicht so hoch,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103793.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103793.jpg" alt="" title="DS103793" width="186" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4794" /></a> aber mit offener Plattform, die beiden Strafanstalten, von weitem ansehnliche Gebäude,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103772.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103772.jpg" alt="" title="DS103772" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4795" /></a> sind gut zu erkennen. Wir drehen noch einige Kurven durch die Stadt und gehen über das 23 m hohe Viadukt der Friedensbrücke über die Spree,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103798.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103798.jpg" alt="" title="DS103798" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4796" /></a> das dem Durchgangsverkehr dient, und steigen dahinter die Treppe zum Hotel hinunter, vorbei an einem kleinen privaten Weingarten, und sammeln unser Gepäck ein.<br />
Gemütlich rollen wir zum Bahnhof, unser letzter Fußmarsch. Wir kaufen für die Rückfahrt ein und stellen uns zu den vielen Fahrgästen auf den Bahnsteig. Pünktlich geht es los zur letzten Reise unseres Projekts im komplett<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103802.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103802.jpg" alt="" title="DS103802" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4797" /></a> vollen Zug, wir sitzen dennoch gut. In Dresden steigen wir nicht wie vorgeschlagen in Neustadt um, sondern fahren bis Hauptbahnhof, das gibt mehrere Vorteile: keine Wartezeiten und leerer Zug, weil er von hier startet, und zweimal Elbbrücke mit Blick<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103807.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103807.jpg" alt="" title="DS103807" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4798" /></a> auf die Sehenswürdigkeiten. Im Zug ist viel Platz, wir sitzen in der Nähe des Bistros und essen erstmals im Zug zu Abend. Es wird immer früher dunkel, um 18:40 ist nicht mehr viel zu sehen. In Leipzig warten wir zehn Minuten auf Anschlussreisende; ob der nächste Zug in Frankfurt das auch tut? Wahrscheinlich ist das gar nicht nötig, in Eisenach sind es nur noch drei Minuten, und es werden weniger. Wir haben nette Kontakte mit dem Bistrochef und der Zugbegleiterin, jetzt wissen wir, dass unsere Bahncard bis zum Betriebsschluss gilt, also unsere Zeitrechnung: Der Tag endet nicht um Mitternacht, sondern mit dem Schlafengehen. Dafür steht der Anschlusszug mit +35 im Internet. Ob die Lounge in Frankfurt noch offen hat? Nein, nur bis 22 Uhr. Warmer Aufenthaltsort ist der S-Tiefbahnhof. Wir haben den RE fahren lassen, und der ICE hat jetzt +50, damit später in Mannheim als der RE und knapp für die nächste S-Bahn, verkalkuliert. Der ICE kommt dann wirklich und fährt schnellstmöglich, +51. Die Ansage sorgt wieder für etwas Aufregung: für die voraussichtliche Ankunft rechnen sie die fahrplanmäßige Fahrzeit drauf, zu spät für die S-Bahn, aber zum Glück fährt er die mir bekannte schnellstmögliche Zeit, holt also nochmal vier Minuten auf, und wir stehen in Mannheim sekundengenau pünktlich auf dem S-Bahn-Bahnsteig. Die hat aber wieder vier Minuten Verspätung, also das ganze Tempo unnötig. Mit der Bahn muss man manchmal einfach cool bleiben, die Minuten sind nicht immer voraussehbar.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103819TLAF.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103819TLAF.jpg" alt="" title="DS103819TLAF" width="221" height="280" class="alignright size-full wp-image-4799" /></a> So kommen wir mit etwas Aufregung und 34 Minuten später, um 0:37 in LU Mitte an.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103834DATL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103834DATL.jpg" alt="" title="DS103834DATL" width="187" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4801" /></a> Vor unserer Wohnungstür eine Überraschung: Zwei Freundinnen und unsere Tochter haben den Wohnungseingang zum Empfang dekoriert! Und als weitere Überraschung finden wir in der Post von unserer Meisterkommentatorin Gabriele Heck einen Glückwunsch<div id="attachment_4831" class="wp-caption alignright" style="width: 217px"><a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/GabiHeck_Glückwünsche.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/GabiHeck_Glückwünsche-207x300.jpg" alt="" title="GabiHeck_Glückwünsche" width="207" height="300" class="size-medium wp-image-4831" /></a><p class="wp-caption-text">Zum Ansehen 2x klicken, dann zurück</p></div> zum Projektabschluss und &#8220;Ersatzbahncards&#8221;.<div id="attachment_4832" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/GabiHeck_Bahncards.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/GabiHeck_Bahncards-300x200.jpg" alt="" title="GabiHeck_Bahncards" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-4832" /></a><p class="wp-caption-text">Zum Ansehen 2x klicken, dann zurück</p></div> Wir setzen uns noch kurz hin und lassen etwas Revue passieren und denken über neue Pläne nach. Den Plan, Montag früh zum Kunden zu fahren, muss ich begraben, da würde ich nur schlafen. Jetzt haben (leider) erstmal die Alltagsstapel Vorrang. </p>
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		<title>8. Oktober: Görlitz und nach Bautzen</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 20:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Görlitz: Stadtbesichtigung. Bautzen: erste Runde und sorbisches Abendessen Am Vormittag tröpfelt es etwas. Wir starten daher in der etwas ungewöhnlichen spätgotischen Dreifaltigkeitskirche direkt vor dem Haus mit mehreren Altären. In einem großen Weihnachtsladen gibt es Kunstgewerbe aus dem Erzgebirge und &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/09/8-oktober-gorlitz-und-nach-bautzen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Görlitz: Stadtbesichtigung. Bautzen: erste Runde und sorbisches Abendessen</p>
<p>Am Vormittag tröpfelt es etwas. Wir starten daher in der etwas ungewöhnlichen spätgotischen Dreifaltigkeitskirche direkt vor dem Haus mit mehreren Altären. In einem großen Weihnachtsladen gibt es Kunstgewerbe aus dem Erzgebirge und der Oberlausitz, wie die Räuchermännchen und die Herrnhuter Sterne. In einem Senfladen gibt es alle Spezialitäten aus Bautzen und dem Spreewald zum Probieren und Kaufen, dazu Thüringer Bratwürste. Wir sehen bei Tageslicht die besonders eindrucksvolle Barock-<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103694.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103694.jpg" alt="" title="DS103694" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4761" /></a> und Renaissance-Bebauung<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103691.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103691.jpg" alt="" title="DS103691" width="187" height="280" class="alignright size-full wp-image-4762" /></a> in Brüderstraße, Untermarkt<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103705.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103705.jpg" alt="" title="DS103705" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4763" /></a> und Neißstraße mit nochmaligem Blick<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103697.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103697.jpg" alt="" title="DS103697" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4764" /></a> auf die polnische Seite. Vom Ufer geht ein Treppenweg<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103703.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103703.jpg" alt="" title="DS103703" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4765" /></a> zu St. Peter und Paul, eine helle breite Halle mit besonders schönem Orgelprospekt<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS1037002.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS1037002.jpg" alt="" title="DS103700" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4768" /></a> und protestantischen Beichtstühlen. Von dort führt unsere Runde weiter zum Reichenbacher Turm, den wir diesmal besteigen und die Stadt überblicken,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103717.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103717.jpg" alt="" title="DS103717" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4769" /></a> auffallend der Kontrast der historischen Türme und der Plattenbauten<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103712ATL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103712ATL.jpg" alt="" title="DS103712ATL" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4770" /></a> auf dem Hang in Polen dahinter. Davor liegt die Kaisertrutz.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103720.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103720.jpg" alt="" title="DS103720" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4771" /></a> Wir wandern weiter durch die Fußgängerzone und die Straßburger Passage, deren Jugendstil-Architektur sehr stark von Kommerz-Werbung gestört wird. An Geschäften bietet die Innenstadt nichts besonderes, dafür dahinter ganze Stadtteile<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103724.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103724.jpg" alt="" title="DS103724" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4772" /></a> mit geschlossener Gründerzeit-Bebauung, die in der preußisch-schlesischen Zeit entstanden ist. In diesem Bereich steht auch die 1938<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103727.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103727.jpg" alt="" title="DS103727" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4773" /></a> nur leicht beschädigte Synagoge, die heute mangels jüdischer Gemeinde für vereinzelte kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Zum Abschluss besuchen wir ein Bio-Café in einer Nebenstraße, dann sammeln wir unser Gepäck ein. Wir sind beeindruckt von dem Flächendenkmal, das die große Görlitzer Innenstadt darstellt, und der Sanierungsleistung, die auch hier erbracht wurde, nachdem der Zustand in DDR-Zeiten sehr schlecht gewesen sein muss, da die Stadt wegen der Randlage vernachlässigt wurde, was wiederum dafür gesorgt hat, dass fast alles noch vorhanden war. Ausgelassen haben wir das zwei Kilometer südlich gelegene sicher sehenswerte Industriedenkmal Landskronbrauerei von 1869 mit einem 18 Meter tiefen Gärkeller, heute wieder Privatbrauerei und in der ganzen Region stark verbreitet, und das dort über die Neiße nach Polen führende Bahnviadukt.<br />
Wir fahren wieder mit der Straßenbahn zum Bahnhof, erreichen bequem den vorgesehenen vollen Zug und finden einen Platz für die halbe Stunde nach <strong>Bautzen</strong>. Hier ist der Bahnhof<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103737.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103737.jpg" alt="" title="DS103737" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4774" /></a> groß und leer, er liegt ähnlich weit draußen wie in Görlitz. Hier gibt es keinen so einfachen Nahverkehr, und unser Hotel liegt am Fuß der Altstadt an der Spree. Auf diesem Weg ist es eher grün, hier liegen größere Gebäude wie Schulen und Altenheime in Parks. Über Kopfsteinpflaster geht es an der neuen Wasserkunst hinunter in die Schlucht der Spree, rechts oberhalb hängt die Altstadt<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103666.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103666.jpg" alt="" title="DS103666" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4777" /></a> mit ihren Türmen und Mauern. Unser Hotel<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103740.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103740.jpg" alt="" title="DS103740" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4775" /></a> ist eine nach der Wende sanierte alte Gerberei, schön gelegen auf der anderen Spreeseite neben der kleinen Brücke mit Restaurant, Innenhof und Spreeterrasse. Wir beziehen unser Appartment unter dem Dach<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103659.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103659.jpg" alt="" title="DS103659" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4776" /></a> und recherchieren nach Restaurants. Wir stoßen auf das ganz junge Convivium Lausitz und den einzigen Slowfood-Förderer unter den Lokalen der Stadt, das sorbische Restaurant Wjelbik nahe dem Hauptmarkt. Das scheint uns der geeignete Höhepunkt für das letzte Essen des Reisejahres, also nichts wie hin. Wir werden schon draußen von einer Dame in sorbischer Tracht begrüßt, leider ist alles besetzt. Als wir von Slowfood berichten, lässt sich das differenzierter darstellen: ab 20 Uhr sieht sie Chancen. Wir nutzen die Zeit zu einem ersten Rundgang über den Burghügel. Die Stadt macht einen anderen Eindruck als Görlitz: Die Altstadt liegt auf einem felsigen Plateau über der Spree mit Mauern, die Gassen sind schmal und verwinkelt, Fachwerk ist nicht zu sehen, dafür kleinere Barockhäuser<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103670.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103670.jpg" alt="" title="DS103670" width="186" height="280" class="alignright size-full wp-image-4778" /></a> und mittelalterliche Türme, wie Görlitz äußerst sehenswert. Im Spreebogen liegt oben der kleine Neubau des Burgtheaters,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103672.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103672.jpg" alt="" title="DS103672" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4779" /></a> an dessen Fassade hinter Glas die ursprünglich für das Sempers Dresdner Hoftheater vorgesehene Giebel-Figurengruppe von Rietschel aufgebaut ist. Überall finden wir hier Beschriftungen in deutsch und sorbisch: Straßenschilder, Gebäude, Lokale, noch viel umfangreicher als in Cottbus und im Spreewald. Wir treffen eine Nachtwächter-Führung, unterwegs kehren wir auf einen Aperitif ein, es wird uns zu kalt. Als wir danach im Restaurant <a href="http://www.wjelbik.de/sorbisches-restaurant-lausitz/wjelbik">Wjelbik</a> ankommen, ist gerade ein Tisch frei geworden. Der Service ist äußerst aufmerksam und erklärt alles, die Gerichte weichen etwas vom üblichen ab, Holunder und schwarze Johannisbeere kommen vor,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103675.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103675.jpg" alt="" title="DS103675" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4780" /></a> es gibt Hochzeitssuppe und vorzügliche Weine aus dem Elbgau, sowohl vom Müller-Thurgau als auch vom Bacchus bestelle ich nach. Abschließend bekommen wir ein Interview mit der Inhaberin Frau Mahling,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103684TLF.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103684TLF.jpg" alt="" title="DS103684TLF" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4781" /></a> die uns auch begrüßt hatte, mit sorbischen Einlagen, wir erfahren, dass sie bei einer Ausschreibung nach der Wende den Zuschlag für den Betrieb eines sorbischen Restaurants erhalten haben und seitdem mit der ganzen Familie den Betrieb stemmen, die Nachfolge ist auch geregelt, der Schwiegersohn hat als Koch unter anderem im Elsass gelernt, man kennt sich also aus. Das Ganze ist sehr stimmig, und die Preise für die Qualität wirklich nicht teuer. Sehr zufrieden über dieses weitere Highlight am Reiseende kehren wir ins Hotel zurück, schauen Ina Müller im Ersten und staunen erneut, wie dieses kleine Lokal in Hamburg, der Schellfischposten, den wir am 27. März besucht haben, in Szene gesetzt wird, dann schlafen wir.  </p>
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		<title>7. Oktober: von Bärenstein nach Görlitz</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 22:06:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bärenstein: Besuch beider Betriebsstellen der ehemaligen Früchteverwertung, Fahrt nach Görlitz und erster Stadtrundgang Wir hatten mit dem Hotel vereinbart, dass wir zum Bahnhof gefahren werden, daran kann man sich nicht so erinnern und sagt, man hätte viel zu tun, das &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/09/7-oktober-von-barenstein-nach-gorlitz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bärenstein: Besuch beider Betriebsstellen der ehemaligen Früchteverwertung, Fahrt nach Görlitz und erster Stadtrundgang</strong></p>
<p>Wir hatten mit dem Hotel vereinbart, dass wir zum Bahnhof gefahren werden, daran kann man sich nicht so erinnern und sagt, man hätte viel zu tun, das ginge eigentlich nicht. Wir gehen zu Fuß in den Ort, bestehen aber darauf, dass das Gepäck zu einem bestimmten Zeitpunkt im Fremdenverkehrsbüro steht, das klappt dann auch. Man ist sehr auf Sauberkeit bedacht, sogar während des Frühstücks wird der Boden gewischt. Der Umgang mit dem Gast ist also gar nicht serviceorientiert, wir sind wohl eher ein Übernachtungsfall, vor 21 Jahren ist mir das öfter begegnet. Da gehen wir lieber woanders hin, auch wenn hier alles einigermaßen funktioniert hat. Wir steigen<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103557.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103557.jpg" alt="" title="DS103557" width="187" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4717" /></a> zunächst auf den Turm und genießen die Aussicht über den Wald auf die Kegelberge<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103548AT.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103548AT.jpg" alt="" title="DS103548AT" width="280" height="135" class="alignright size-full wp-image-4718" /></a> und in die Täler.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103552TL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103552TL.jpg" alt="" title="DS103552TL" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4719" /></a> Beim Abstieg sehen wir nochmals deutlich die einfachen Strukturen und Gebäude,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103583.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103583.jpg" alt="" title="DS103583" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4720" /></a> die hier stehen. Hier in dieser abgeschiedenen Randlage besteht offensichtlich kein Hang zum Repräsentieren,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103578.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103578.jpg" alt="" title="DS103578" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4721" /></a> und Oberwiesenthal strahlt hierhin wohl kaum aus, höchstens mit Wanderwegen. Heute ist es durch die Grenzöffnung nicht mehr so eng, Weipert auf tschechischer Seite hat allerdings keine bessere Ausstrahlung. In einem so engen Tal fallen die Industrieruinen, alte Schornsteine<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103579TL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103579TL.jpg" alt="" title="DS103579TL" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4722" /></a> und große, ungenutzte Bahnhöf<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103589.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103589.jpg" alt="" title="DS103589" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4723" /></a>e besonders störend auf, sie drücken für uns als Gäste geradezu die Stimmung, während sich die Einwohner sicher dran gewöhnt haben und eher die langsamen positiven Veränderungen wahrnehmen.<br />
Wir gehen zunächst Richtung BT2 der Früchteverwertung. Wir finden ihn an der Annaberger Straße<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103575.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103575.jpg" alt="" title="DS103575" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4724" /></a> direkt am Ortsausgang am steilen Hang. Der talseitige Teil des langgestreckten Gebäudes ist eingerissen, alles ist eingezäunt und Auffahrt und Gebäude verfallen. Meine Erinnerung sagt: hier war ich bestimmt nicht. Wir gehen zurück zum Standort des BT1, davon wissen wir jetzt mehr und gehen die Wiese hinauf. Dort finden wir noch asphaltierte Wegstrukturen im Gras und spärliche bauliche Reste. Beim Blick von oben hinunter<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103585.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103585.jpg" alt="" title="DS103585" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4725" /></a> kann ich mir vorstellen, wie rechts das quadratische kleine Verwaltungsgebäude, links am Hang die Produktion und unten gegenüber der Straße auf dem jetzigen Supermarkt-Parkplatz die Sammlung an IFA-Lastwagen als Ersatzteillager gestanden hat. Hier war es also, vor 14 Jahren wurde alles abgerissen. Ich habe damals schon gedacht: ob diese Betriebe gerade in der Branche je eine Chance haben? Die Technik vollkommen veraltet und dauernd kaputt, die Gebäude in schlechtem Zustand und wenig optimiert, viel mehr Personal als im Westen, eine viel höhere Dichte<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103591.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103591.jpg" alt="" title="DS103591" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4726" /></a> an Produktionsbetrieben und ein Handel, der vom Westen bestimmt wird: eigentlich ein Neuanfang mit Altlasten. Wir überblicken noch einmal den Ort, halten beim Gepäckabholen einen Schwatz mit Frau Richter von der Touristen-Info und bedanken uns fürs Aufbewahren. Wir steigen wieder in Tschechien ein, mit noch einem Fahrgast. Mit zwei kurzen und bequemen Umstiegen in Flöha und Dresden<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103605.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103605.jpg" alt="" title="DS103605" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4727" /></a> kommen wir nach <strong>Görlitz</strong>, der östlichsten Stadt Deutschlands, vor dem Krieg eine Stadt mit Zgorzelec auf der anderen Neißeseite in Polen und zu Schlesien gehörend. Die RE-Züge in dieser Gegend sind auf den kurvigen Hügelstrecken alles Neigetechnik-Dieseltriebwagen, das gibt oft ungewöhnliche Aussichten. Der Bahnhof ist innen belebt<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103609.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103609.jpg" alt="" title="DS103609" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4728" /></a> und in gutem Zustand mit sehr schöner Jugendstil-Hallendekoration. Vor dem Bahnhof, der über einen Kilometer südlich des historischen Zentrums liegt, ist fast alles sanierungsbedürftig, leerstehend oder in Sanierung, nach erneuter Gebietsreform und einem neuen Landkreis Görlitz wird hier ein ganzer Komplex zum Landratsamt. Es gibt noch zwei Straßenbahnlinien, wir fahren die Bahnhofstraße entlang, die von sanierungsbedürftig in Einkaufsstraße übergeht. Im Zentrum, am Demianiplatz, steigen wir aus.<br />
Der Weg zum Hotel mitten im Zentrum ist kurz, wir laden ab und suchen erstmal ein Café. Von dort aus steuern wir die ersten Ziele an. Das Jugendstil-Warenhaus<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103627.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103627.jpg" alt="" title="DS103627" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4741" /></a> wurde von Hertie betrieben und ist leider geschlossen; im Erdgeschoss ist noch eine Parfümerie, so dass ein Blick auf die Galerien und die Lichtkuppel möglich ist. Hoffentlich findet sich wieder ein Betreiber, das Gebäude wäre es wert.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103623.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103623.jpg" alt="" title="DS103623" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4744" /></a> Wir werfen einen Blick in die kreisrunde Kaisertrutz, das Wahrzeichen der Stadt, Kulturhistorisches Museum und Hauptort der sächsischen Landesausstellung zur Via Regia, der alten Handelsstraße, auf die wir verzichten, dafür ist unser einer Tag hier zu wenig. Bewusstes Weglassen kam im Reisejahr öfter vor, wir wollten ja viele Eindrücke gewinnen, da fiel bei Städten manche Sehenswürdigkeit weg, so auch in Bad Kösen die Plüschtierwelt der Spielzeugmanufaktur, wie unsere ungekrönte Kommentar-Königin Gabriele Heck messerscharf in ihrem Bad-Kösen-Kommentar festgestellt hat. Schließlich hatten wir die Bahncard100 und konnten beliebig fahren; länger an einem Ort bleiben können wir bei unseren zukünftigen Reisen. Wir gehen vorbei am Reichenbacher Turm,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103613DL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103613DL.jpg" alt="" title="DS103613DL" width="187" height="280" class="alignright size-full wp-image-4742" /></a> der kommt morgen dran, über den Obermarkt<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103618.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103618.jpg" alt="" title="DS103618" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4743" /></a> und die Nikolaivorstadt Richtung Altstadtbrücke; überall fallen die geschlossenen Straßenzüge mit meist restaurierter mehrstöckiger Barock- und Renaissance-Bebauung auf, besonders spektakulär um den Untermarkt,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103637.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103637.jpg" alt="" title="DS103637" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4745" /></a> um die Kirche St. Peter und Paul<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103639D.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103639D.jpg" alt="" title="DS103639D" width="187" height="280" class="alignright size-full wp-image-4746" /></a> und in der Neißstraße mit einigen schönen Innenhöfen, Geschäften wie dem Senfladen, und urigen Lokalen. Auf der anderen Neißeseite, heute die polnische Stadt Zgorzelec, ist nur die Uferstraße alt, teilweise wird auch auf alt neu gebaut. Hinter dieser Kulisse erheben sich erhöht wie eine Kulisse die Plattenbauten aus sozialistischer Zeit. Die beiden Restaurants in der Uferstraße sind voll; wir werden auf deutscher Seite im Bürgerstübl fündig und sind mit den schlesischen Spezialitäten sehr zufrieden. Ab 1815 gehörte Görlitz zu Schlesien, das prägt heute noch das Leben mit Gerichten, Kuchen und Büchern, zumal die schlesische Zeit mit der Entwicklung der Industrie einherging. Auch wenn hier noch etwa ein Viertel der Gebäude auf die Sanierung warten, sind wir höchst beeindruckt von der riesigen Fläche komplett historischer Bauten. Im Hotel bereiten wir uns auf die Details des morgigen Tages vor.</p>
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		<title>6. Oktober: von Bad Kösen nach Bärenstein</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 13:19:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bad Kösen: Ortsrundgang. Fahrt nach Bärenstein im Erzgebirge (Ziel von mir), Spurensuche Wir stehen etwas früher auf, damit wir Bad Kösen besichtigen können, bevor wir die einzige Bahnverbindung nach Bärenstein im Erzgebirge erreichen. Das 325 m lange und 13 m &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/07/6-oktober-von-bad-kosen-nach-barenstein/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bad Kösen: Ortsrundgang. Fahrt nach Bärenstein im Erzgebirge (Ziel von mir), Spurensuche</strong></p>
<p>Wir stehen etwas früher auf, damit wir Bad Kösen besichtigen können, bevor wir die einzige Bahnverbindung nach <strong>Bärenstein</strong> im Erzgebirge erreichen. Das 325 m lange und 13 m hohe Gradierwerk<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103482.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103482.jpg" alt="" title="DS103482" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4700" /></a> erscheint durch seine exponierte Lage 30 m über der Saale noch gewaltiger. Gleich hinter unserem Hotel erwartet uns ein einmaliges technisches Denkmal: Die zwei Meter Gefälle der von den Portaer Mönchen künstlich angelegten kleinen Saale in die große Saale<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103471.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103471.jpg" alt="" title="DS103471" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4695" /></a> werden mittels eines zwei Meter breiten Wasserrades<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103469.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103469.jpg" alt="" title="DS103469" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4696" /></a> auf ein 139 m langes doppeltes Holzgestänge<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103473.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103473.jpg" alt="" title="DS103473" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4697" /></a> von 1780 umgesetzt, das mit einer Periode von 24 Sekunden einen Meter hin- und her schwingt und die höhergelegene Pumpe<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103476LF.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103476LF.jpg" alt="" title="DS103476LF" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4698" /></a> im Soleschacht antreibt und oben im Gradierwerk das Wasser auf den Scheitel<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103481.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103481.jpg" alt="" title="DS103481" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4699" /></a> zum Verrieseln hochpumpt. Hier oben ergibt sich eine schöne Sicht auf Saale, Schiffe<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103486TL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103486TL.jpg" alt="" title="DS103486TL" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4701" /></a> und herbstliche Hänge mit Burgen, dahinter liegen die vier Kurkliniken<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103488.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103488.jpg" alt="" title="DS103488" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4702" /></a> von Bad Kösen, hier stehen auch die repräsentativen Häuser. Drei davon tragen Spuren von Käthe Kruse als Wohnhaus, Werkstatt und Ateliers, 1912 zog sie hierher und begann ihre Puppenherstellung zunächst für den Eigenbedarf, nach dem Erfolg in Ausstellungen auch gewerblich in immer größerem Stil. Nach dem Krieg hat sie dann die Produktion nach Donauwörth verlagert und ist mit 85 Jahren in Murnau gestorben, umringt von jeder Menge Enkeln und Urenkeln. Die denkmalgeschützte Puppensammlung im ebenso denkmalgeschützten romanischen Steinhaus zeigt alle ihre Puppenentwicklungen. Beim Umsteigen in Weißenfels<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103493T.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103493T.jpg" alt="" title="DS103493T" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4703" /></a> werfen wir einen Blick auf die Saale, in Leipzig haben wir es etwas eilig, und in Chemnitz wird der gesamte Bahnhof mit einer riesigen flachen fabrikartigen Kopfbahnhofhalle mit dahinterliegenden Durchfahrtsgleisen komplett umgebaut und mit der Straßenbahn verknüpft. Wir erreichen unseren Zug der Erzgebirgsbahn, die durch bergige Landschaft<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103505.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103505.jpg" alt="" title="DS103505" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4704" /></a> mit vielen Felskanten, engen Tälern, Schlösschen und Flüssen über Flöha, Zschopau, Warmbad, Thermalbad Wiesenthal, Annaberg-Buchholz und Cranzahl, wo der Anschluss an die Schmalspurbahn nach Kurort Oberwiesenthal am Fichtelberg besteht, tunnelfrei nach Bärenstein fährt und auf der tschechischen Seite des Pöhlbaches in Vejprty (Weipert) endet. Wir nutzen erstmals einen Bahnhof im Ausland, um unser Ziel in Deutschland zu erreichen, von hier ist es zum Rathaus<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103523LT.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103523LT.jpg" alt="" title="DS103523LT" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4705" /></a> von Bärenstein einen Kilometer näher. Dies ist das letzte Themenziel, das wir ansteuern, die VEB Früchteverwertung Bärenstein war der erste der drei Getränkebetriebe, in dem ich direkt nach der Währungsunion im Sommer 1990 mit meiner damaligen Firma eine komplette vernetzte kaufmännische EDV-Lösung installiert habe. Den tschechischen Bahnhofsstil kennen wir schon: noch größere ungenutzte Gebäude, kleine, einfache Bahnsteige, viele Gleise. In Weipert hatte man nach der Wende offensichtlich größere Pläne, die auf die Dauer nicht aufgegangen sind: zwei geschlossene Hotels, mehrere leerstehende Läden, abgewrackte Marktstände begegnen uns auf dem kurzen Weg. Die grenzüberschreitenden Märkte wie an der polnischen Grenze funktionieren hier nicht mehr richtig, nur einige Händler stehen direkt an der Straße. Auf der tschechischen Seite ist es städtischer,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103527.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103527.jpg" alt="" title="DS103527" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4710" /></a> es gibt Reihenbebauung und fünfstöckige Häuser, auf der deutschen Seite ist die Bebauung lockerer. Im Internet sehen wir, dass beide Orte eine gemeinsame, flussübergreifende Mitte planen. Schön kann man die Orte allerdings nicht nennen, in Bärenstein fallen allenfalls Rathaus, Schule und Kirche etwas auf, der Rest ist einfacher und teilweise nicht saniert, kein Wunder, nach dem Niedergang der DDR-Industrie sind hier nur erzgebirgisches Kunsthandwerk, etwas Tourismus und weniger als 50% der Bevölkerung übriggeblieben. Frau Richter im Reise- und Fremdenverkehrsbüro kümmert sich rührend um uns; die Standorte von zwei Betriebsteilen der Früchteverwertung werden klar, zwei Namen von damals fallen ihnen ein, und die Ortschronisten werden rausgesucht, mit Helmut Frank machen wir gleich einen Termin.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103531.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103531.jpg" alt="" title="DS103531" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4709" /></a> In dem Moment kommt Rosemarie Meyer vorbei, die im BT1 gearbeitet hat, jetzt wissen wir schon, dass die Verwaltung wohl eher im älteren BT1 war und komplett abgerissen ist, vom BT2 am Stadtrand sollen noch Grundmauern stehen. Auf dem Weg zu Herrn Frank steigen wir in den Hang zum Ort des BT1, dort steht ein Supermarkt; ich kanns nicht ganz mit meinen Erinnerungen in Einklang bringen. Helmut Frank<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103539.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103539.jpg" alt="" title="DS103539" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4706" /></a> empfängt uns munter und rüstig in seiner Wohnung im dritten Stock, er war zu DDR-Zeiten selbständiger Radio- und Fernsehmeister und lebte von Reparaturen, nach der Wende konnte er noch wenige Jahre ein Geschäft betreiben, bevor er in Rente ging. 2002 hat er mit anderen die 1200-seitige Chronik zum 475. Jubiläum des Ortes herausgebracht; er hat schon einen vierseitigen Abschnitt über den Betrieb herausgesucht und ausgedruckt. Daraus geht hervor, dass die Früchteverwertung zu DDR-Zeiten ein gut geführter Wachstumsbetrieb war, der sich deswegen im BT2, einer alten Brauerei, erweitert hatte. Nach der Wende wurde er privatisiert, mit den neuen Eigentümern ging es zunächst erfolgreich weiter, wir haben es so verstanden, dass nach den fünf Jahren Karenzzeit, die von der Treuhand für die Zuschüsse gesetzt waren, die neuen Eigentümer den Betrieb in Konkurs gehen ließen und verschwanden. Er kann uns genau die Grundstücke beschreiben, auch die Hausnummern sind klar, morgen schauen wir das noch genauer an. Kurz gehen wir auf die jetzige Situation und Entwicklung in Bärenstein ein, die er grundsätzlich positiv sieht, auch wenn einige Industrie nicht überlebt hat und viele abgewandert sind. Wir werden wie verabredet abgeholt und auf den Bärenstein,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103532.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103532.jpg" alt="" title="DS103532" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4707" /></a> einen 898 m hohen Basaltkegel 200m über dem Ort und weithin zu sehen, abgeholt, die Straße ist gleichmäßig steil und gut ausgebaut. Das alte Berghotel hat einen integrierten Aussichtsturm, der weithin sichtbar die Baumkronen überragt; unser Zimmer ist geräumig, aber einfacher als wir das vom Bild her erwartet hatten, der Preis ist allerdings auch entsprechend günstig. Ich rufe den früheren Betriebsleiter der Früchteverwertung an, an den sich Frau Meyer erinnert hat und dessen Name mir bekannt vorkommt; er ist einer der wenigen auf der Reise, der keine Auskunft geben will, was ich respektiere. Er dürfte allerdings auch einer der wenigen direkt Betroffenen sein, da er wahrscheinlich sowohl in den erfolgreichen DDR-Zeiten und bis zum Ende des Betriebes eine leitende Funktion hatte. Er macht einen verbitterten Eindruck und deutet an, dass er der Treuhand ein Gutteil Schuld am Niedergang gibt. Wir gehen zum Essen; der Service ist etwas wortkarg-sächsisch-nuschelnd und nicht besonders bemüht, das ist eher am unteren Ende der Skala und passt nicht zu den vielen Paketangeboten, die das Hotel anpreist. Seltsam mutet auch der Stil mit den bis auf einen reservierten Tischen an, obwohl keiner kommt, das ist uns schon am Dienstag im Staatsweingut passiert und erinnert mich an sozialistische Zeiten, alles keine Gründe wiederzukommen, auch wenn die Gegend für Wandern oder Winter durchaus interessant ist. Kaum sind wir auf dem Zimmer, zieht die erwartete Kaltfront mit Regen durch, es wird windig und kalt.</p>
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		<title>5. Oktober: Naumburg</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 21:49:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naumburg: Besuch der Landesausstellung &#8220;Der Meister von Naumburg&#8221; Heute ist der blaue Himmel weg, da passt es, dass wir uns in Naumburg die Landesausstellung Sachsen-Anhalt &#8220;Der Naumburger Meister&#8221; vorgenommen haben. Nach fünf Minuten Bahnfahrt sind wir dort. Der Weg ins &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/06/5-oktober-naumburg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Naumburg: Besuch der Landesausstellung &#8220;Der Meister von Naumburg&#8221;</strong></p>
<p>Heute ist der blaue Himmel weg, da passt es, dass wir uns in <strong>Naumburg</strong> die Landesausstellung Sachsen-Anhalt &#8220;Der Naumburger Meister&#8221; vorgenommen haben. Nach fünf<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103398.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103398.jpg" alt="" title="DS103398" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4675" /></a> Minuten Bahnfahrt sind wir dort. Der Weg ins Zentrum ist mit zwei Kilometern ungewöhnlich lang, aber es gibt eine originelle Möglichkeit, ihn zu überbrücken: Naumburg hat als einzige Kleinstadt noch eine Straßenbahn,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103402.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103402.jpg" alt="" title="DS103402" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4677" /></a> 1991 schon mal eingestellt, 2007 wieder im Halbstundentakt, manchmal auch  öfter in Betrieb genommen, offenbar eine Touristenattraktion. Gefahren wird mit alten kleinen Wagen aus DDR-Zeit,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103406.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103406.jpg" alt="" title="DS103406" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4678" /></a> in Restaurierung befinden sich welche von 1928. Der Fahrer kümmert sich rührend um die Schulklasse und sagt alle Stationen an. Naumburg ist entlang der<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103413.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103413.jpg" alt="" title="DS103413" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4679" /></a> Hauptwege gut restauriert, es gibt in manchen Ecken jedoch noch einigen Verfall,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103423.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103423.jpg" alt="" title="DS103423" width="186" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4681" /></a> beispielsweise im Bereich der Judengasse.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103416.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103416.jpg" alt="" title="DS103416" width="186" height="280" class="alignright size-full wp-image-4680" /></a> Wir starten mit der Stadtkirche St. Wenzel am Markt.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103428.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103428.jpg" alt="" title="DS103428" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4682" /></a> Hier gibt es ein Mittags-Orgelkonzert auf der von J.S.Bach persönlich abgenommenen Hildebrandt-Orgel,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103433L.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103433L.jpg" alt="" title="DS103433L" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4683" /></a> das besuchen wir mit 250 anderen, der Klang ist wunderbar transparent. Danach besteigen wir den Turm mit langer, schmaler, steiler Wendeltreppe und geräumiger, aber wie überall nicht mehr genutzter Türmerwohnung und bestem Rundblick<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103441.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103441.jpg" alt="" title="DS103441" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4684" /></a> über Markt,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103437F.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103437F.jpg" alt="" title="DS103437F" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4685" /></a> Dom<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103445T.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103445T.jpg" alt="" title="DS103445T" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4686" /></a> und Stadt. Im Schlösschen am Marktplatz beginnt die Ausstellung &#8211; wegen Fotografierverbot ist der Text unbebildert &#8211; mit vielen Ausstellungsstücken gotischer Baukunst aus der Zeit des Meisters zwischen 1225 und 1270. Statuen, Kapitellen und anderen bildhauerischen Objekten, meist aus Kirchen, geliehen aus Museen aus ganz Europa; Originalsteine, wenn an den Objekten schon Kopien eingebaut sind, sonst Abgüsse. Daran wird sein Arbeitsstil entlang seines Weges von Reims über Mainz zu seinem Hauptwerk, dem Westchor des Naumburger Domes – daher der Ersatzname -, bis nach Meißen verfolgt. Seinen Namen und sonstige biografische Daten kennt man nicht; klar ist aber, dass er sowohl Architektur und Bildhauerei beherrschte und vom Erzbischof von Mainz nach Deutschland geholt wurde. Sein Markenzeichen sind überzeugend natürlich wirkende Figuren und Zusammenstellungen von Mimik, Gestik, Bewegung und Kleidung, wie man sie bisher nicht gekannt hatte und in der Romanik auch nicht üblich waren. Hinzu kommt in der Gotik die Verwendung von Schablonen und Zeichnungen, es gibt erste Musterbücher. Dadurch verbreitet sich der gotische Stil ausgesprochen schnell in Europa und wird bis 1500 immer weiter entwickelt. In einem Film wird ein Überblick über die damaligen Kirchenbauten gegeben. Wir wechseln zum Hauptausstellungsort, dem viertürmigen Dom<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103449.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103449.jpg" alt="" title="DS103449" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4689" /></a> mit Kreuzgang, Dompark<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103447.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103447.jpg" alt="" title="DS103447" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4687" /></a> und verbundener Marienkirche, etwas außerhalb des Innenstadtringes. Dort werden die besonderen Teile des Westchors genauer betrachtet, der Westchor selbst ist Teil der Ausstellung. Er ist durch den Meister an die ursprünglich spätromanische Kirche angebaut worden und durch einen ungewöhnlichen Lettner abgeteilt. Im Fries ist mit lebendig wirkenden Szenen und Figuren die Passionsgeschichte dargestellt, der Eingang wird vom Kreuz unterteilt. Der Chor selbst ist eine kleine Kirche, am Ende fünf originale hohe Glasfenster, ein hölzernes Chorgestühl mit steinernen Baldachinen, und auf einer umlaufenden Brüstung keine Heiligen, sondern Stifter von damals; diese Tatsache führte zu Gerüchten um den Meister unter dem Titel &#8220;Ketzer von Naumburg&#8221; und er wurde mit den Waldensern in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich war der Grund für diese Ausgestaltung jedoch ein Beschluss der Auftraggeber aufgrund der politischen Machtverhältnisse. Diese Gruppe aus zwölf lebensgroßen Figuren ist der künstlerisch wertvollste Teil, er wurde aber erst im 19. Jahrhundert von der Kunstwelt rezipiert. Goethe hatte einst die Kirche besichtigt und darüber geschrieben; er fand sie dunkel und feucht, den Lettner fand er merkwürdig und hat erst gar nicht in den Westchor geschaut. Im Ostchor machen wir dann doch ein Foto.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103451F.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103451F.jpg" alt="" title="DS103451F" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4688" /></a> Unter den Figuren wurde die Markgräfin Uta<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103463W.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103463W.jpg" alt="" title="DS103463W" width="186" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4690" /></a> mit ihrer strengen, klaren Erscheinung Projektionsfläche deutscher und arischer Phantasien und zu verschiedenen Zwecken im 19. und 20. Jahrhundert vereinnahmt, obwohl man außer der Optik der Statue nichts von Uta wußte und weiß. Es wurden über sie Bücher und Theaterstücke geschrieben, Soldaten zum Durchhalten ermuntert und ähnliche demagogische Akte mehr. Man ritt und reitet auf dem Uta-Kult. Dies wird auf der letzten Station im Stadtmuseum in einer Ausstellung der Uta-Produkte eindrucksvoll präsentiert. Insgesamt haben wir eine spannende Geschichte betrachtet und einiges neues erfahren. Das Land hat hier keinen Aufwand gescheut, das Publikum honoriert das offensichtlich. Die Idee, am Nachmittag nach Freyburg/Unstrut weiterzufahren, das Gebäude der Rotkäppchen-Sektkellerei anzusehen und im Ort zu essen, lassen wir angesichts der unerwartet interessanten Ausstellung fallen. Statt dessen kehren wir nach Schließung der Museen am Markt in Naumburg ein, laufen im Dunkeln zum Bahnhof zurück und befassen uns mit Vorbereitungen der nächsten Tage und den ins Zimmer eingedrungenen Mücken.</p>
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		<title>4. Oktober: Schulpforte</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 07:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fahrt über Erfurt mit Stadtdurchgang nach Bad Kösen, von dort Wanderung nach Schulpforte (Ziel: Sabine Sahling) mit Besichtigung der Schulanlage und der Bibliothek und Rückweg entlang der Saale mit Einkehr im Staatsweingut. Heute morgen dürfte der letzte Schwimmbadbesuch des Reisejahres &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/05/4-oktober-schulpforte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fahrt über Erfurt mit Stadtdurchgang nach Bad Kösen, von dort Wanderung nach Schulpforte (Ziel: Sabine Sahling) mit Besichtigung der Schulanlage und der Bibliothek und Rückweg entlang der Saale mit Einkehr im Staatsweingut.</strong></p>
<p>Heute morgen dürfte der letzte Schwimmbadbesuch des Reisejahres gewesen sein. Beim Frühstück kommt zum zweiten Mal nach Marlishausen die Thüringer Allgemeine, morgen gibt es einen kleinen Artikel. Dann machen wir uns auf den Weg zum letzten Ziel einer Ideengeberin, Sabine Sahling. In <strong>Erfurt</strong><a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103258.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103258.jpg" alt="" title="DS103258" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4649" /></a> haben wir fast eine Stunde Aufenthalt, es gelingt, das Gepäck einzuschließen und mit der Straßenbahn zum Domplatz zu fahren, die baulich und von den Geschäften her sehr schöne und belebte Innenstadt bis zur Krämerbrücke<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103261TF.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103261TF.jpg" alt="" title="DS103261TF" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4650" /></a> zu durchqueren und vom Anger die Straßenbahn zurück zu nehmen. Das geht nur mit dichtem und übersichtlichem Nahverkehr. Die diesmal sieben Minuten Verspätung stören uns nicht, für Anschlussreisende in Weimar wird allerdings daraus eine Stunde. In <strong>Bad Kösen</strong> erreichen wir den südlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt, wir gehen durch den zentralen Kurpark<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103267AL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103267AL.jpg" alt="" title="DS103267AL" width="280" height="121" class="alignleft size-full wp-image-4652" /></a> – die reifen Kastanien prasseln auf uns nieder &#8211; auf der Westseite der Saale über die denkmalgeschützte Steinbrücke mit Blick auf das Gradierwerk<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103270DF.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103270DF.jpg" alt="" title="DS103270DF" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4653" /></a> oben auf dem Berg in unser Hotel, zentral gelegen gegenüber Touristinfo, Edeka und Feuerwehr. Hier verzichten wir auf ein Zimmer mit Blick über die Saale auf die Weinberge, denn da sind die überall hörbare Bundesstraße und die Bahnstrecke dazwischen. Das Haus ist auch eine Konditorei, so starten wir erst nach einem Stück Torte durch Kleingartenanlagen<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103276.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103276.jpg" alt="" title="DS103276" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4654" /></a> entlang der kleinen Saale – einem künstlichen Bachlauf zur Versorgung des Klosters Porta &#8211; um die besondere Weinlage<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103282.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103282.jpg" alt="" title="DS103282" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4655" /></a> Köppelberg herum zum Ziel, der Landesschule Pforta in <strong>Schulpforte</strong>, eröffnet 1543 nach der Säkularisierung des 1137 gegründeten Zisterzienserklosters und noch heute Internatsschule. Im Komplex mit Torhaus<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103288PL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103288PL.jpg" alt="" title="DS103288PL" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4656" /></a> an der Straße gibt es gotische, neugotische<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103293.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103293.jpg" alt="" title="DS103293" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4657" /></a> und Renaissance-Gebäude<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103299.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103299.jpg" alt="" title="DS103299" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4658" /></a> sowie romanische Reste,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103361.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103361.jpg" alt="" title="DS103361" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4666" /></a> das zentrale Schulgebäude<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103295PL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103295PL.jpg" alt="" title="DS103295PL" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4659" /></a> stammt von 1870, der neben der Kirche vorhandene Kreuzgang<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103319.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103319.jpg" alt="" title="DS103319" width="186" height="280" class="alignright size-full wp-image-4665" /></a><a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103318.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103318.jpg" alt="" title="DS103318" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4660" /></a> des Klosters wurde mehrfach um- und überbaut,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103329.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103329.jpg" alt="" title="DS103329" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4661" /></a> um Platz für das Internat zu schaffen. Ein großer Schulpark mit einer riesigen Platane<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103338.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103338.jpg" alt="" title="DS103338" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4667" /></a> liegt hinter dem Komplex, auf dem Friedhof gibt es noch Gräber aus der Zeit der Zisterzienser und eine Totenleuchte von 1268. Die Schule wird von begabten Schülern aus ganz Deutschland von der neunten Klasse bis zum Abitur besucht, Fichte, Klopstock und Nietzsche waren hier, wie Gedenktafeln<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103306.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103306.jpg" alt="" title="DS103306" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4662" /></a> am Eingang nachweisen. Der Komplex ist mit seiner immer wieder den Bedürfnissen angepassten Baustruktur<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103333.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103333.jpg" alt="" title="DS103333" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4663" /></a> äußerst beeindruckend; ein Förderverein betreibt ein Besucherzentrum, verleiht Audioführungen und betreut die Kirche, das früher zur Schule gehörende Staatsweingut Kloster Pforta betreibt eine Vinothek. Unsere Ideengeberin hat uns auf die historische Bibliothek hingewiesen, die keine Besuchszeiten hat; per Email gelang es nicht, einen Termin zu vereinbaren, telefonisch vom Besucherzentrum bekommen wir die Gelegenheit, kurz danach die Bibliothekarin Petra Dorfmüller in den Räumen der Bibliothek von 1570, die etwas 80000 Bände umfasst, zu treffen. Die hohen Regale stammen von 1860. Heute kommen nur noch Bücher über Schulpforte hinzu, die Biblothek dient ausschließlich der Forschung. Für die Lehre steht eine weitere Schülerbibliothek zur Verfügung. Wir sind beeindruckt und erfreut, dass wir ausnahmsweise einen Blick hineinwerfen dürfen, die Bibliothek gehört nicht zum normalen Rundgang, Fotos sind nicht erwünscht. Das erinnert uns stark an die Gräfliche Bibliothek in Laubach, die wir im Mai besucht haben, die allerdings mehrfach größer ist. Die Namensverwirrung mit Porta, Pforte, Pforta kommt übgrigens aus der Vermischung des Lateinischen mit dem Deutschen; das End-A klingt schicker und wird daher auch gern an die Pforte gehängt. Wir laufen weiter durch die Schule und begegnen munteren Schülerscharen, die fast alle grüßen. Heutzutage nimmt die Schule Jungen und Mädchen auf, es herrscht ein hohes Maß an Selbstverwaltung, die Keilglocke<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103324.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103324.jpg" alt="" title="DS103324" width="186" height="280" class="alignright size-full wp-image-4664" /></a> für die Zeiteinteilung wird allerdings immer noch von Hand geläutet, von Schülern der 9. und 10. Klasse. Zwischendurch machen wir eine Weinprobe in der Vinothek, die uns aus der Pfalz bekannten Weinsorten finden wir gut, aber nicht herausragend, der Sekt gefällt uns, wir bestellen etwas. Nach Abgabe der hilfreichen Audioguides besuchen wir erneut die Kirche, eine schlichte gotische, ungeschmückte, allerdings sehr große Halle;<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103367T.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103367T.jpg" alt="" title="DS103367T" width="186" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4668" /></a> die Geschichte der Zisterzienser wird auf Tafeln erklärt. Wir wohnen der letzten Probe des 50-köpfigen Chors vor dem Konzert am Abend bei, entscheiden aber, nicht zu bleiben, da wir dann nichts mehr von der Umgebung mitbekommen. Das Staatsweingut Kloster Pforta mit 50 Hektar Rebfläche hat seinen Sitz am weithin sichtbaren Nordhang der Saale zwischen Schulpforte und Bad Kösen, also nehmen wir den kleinen Umweg auf die andere Saaleseite in der Abendsonne, dabei treffen wir auf der Brücke Mitarbeiter der Wasserwacht bei Abseilübungen. Am Beginn der Weinberge nutzen wir die Gelegenheit, hochzusteigen<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103383AT.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103383AT.jpg" alt="" title="DS103383AT" width="187" height="280" class="alignright size-full wp-image-4669" /></a> und im Abendlicht über das weite Saaletal auf Schulpforte zurückzublicken, man wirbt mit &#8220;Welterbe-Antragsgebiet&#8221;. Über uns thront der weithin sichtbare Schriftzug &#8220;SAALE-UNSTRUT-Wein&#8221;,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103396TF.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103396TF.jpg" alt="" title="DS103396TF" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4670" /></a> den wir auf der letzten Rückfahrt gesehen haben, dort wollten wir nochmal hin, und schon sind wir, ohne das so zu planen, genau da. Den Weg säumt hier ein Lehrpfad mit bestimmt 20 Traubensorten, ich merke mir die hier ursprünglichen, den blauen Silvaner und den roten Traminer, Weißweine, die wir gleich danach in der Gastwirtschaft des Staatsweingutes probieren, der letztere gefällt uns besonders gut. Später forschen wir nach, es ist der einzige, den die BASF-Kellerei aus diesem Gebiet im Angebot hat. Wir essen gut über der Saale, in der Ebene rauschen die Züge entlang, es wird dunkel. Wir sind noch rechtzeitig gekommen, nach uns schließt das Lokal regulär, die Zeiteinteilung ist uns gelungen. Im Dunkeln laufen wir weiter durch Ausläufer von Bad Kösen und kommen nicht allzu spät im Hotel an, ich hole fast mit den Texten auf.</p>
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		<title>3. Oktober: Jonastal</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 19:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Jonastal: Landschaft und Stollenbau im Dritten Reich (Ziel von Marlis) Als wir an Marlis&#8217; Geburtstag im Februar fünf Kilometer östlich von Arnstadt in Marlishausen waren, haben wir im Bergwerk Merkers erfahren, dass es ausgerechnet hier, sechs Kilometer westlich, ein Jonastal &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/04/3-oktober-jonastal/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jonastal: Landschaft und Stollenbau im Dritten Reich (Ziel von Marlis)</strong></p>
<p>Als wir an Marlis&#8217; Geburtstag im Februar fünf Kilometer östlich von Arnstadt in Marlishausen waren, haben wir im Bergwerk Merkers erfahren, dass es ausgerechnet hier, sechs Kilometer westlich, ein <strong>Jonastal</strong> gibt. Spontan nehmen wir das Tal in unsere Zielliste auf, für den Sommer. Jetzt ist es dran, und wir wohnen im Süden von Arnstadt,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103165LP.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103165LP.jpg" alt="" title="DS103165LP" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4627" /></a> sozusagen mitten zwischen Vor- und Nachnamen. Das Tal wird einerseits beschrieben durch die Geografie: Einschnitt des Flüsschens Wilde Weisse in die Ohrdrufer Platte aus Muschelkalk zwischen Crawinkel und Arnstadt mit knapp 200 Meter Gefälle. Andererseits hatte es eine furchtbare Rolle im Dritten Reich: Das spärlich besiedelte Tal eignete sich mit der Schlucht in der Mitte gut für die wahnsinnigen Stollenbauwerke im zweiten Weltkrieg, wie wir schon eines in Hersbruck bei Nürnberg kennengelernt haben. Das Wetter ist wunderbar, wir leihen Fahrräder vom Hotel. In der sogar heute geöffneten Touristinfo am Markt<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103167P.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103167P.jpg" alt="" title="DS103167P" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4629" /></a> bekommen wir eine geeignete Karte, als nächstes besuchen wir den Jonastalverein, der sich mit der Bewahrung und Aufarbeitung der Geschichte des Tales befasst. Der Verein nutzt für seine dokumentarische Ausstellung zusammen mit dem Museumsbahnverein den alten Lokschuppen mit Dampfloks am Nordrand der Stadt, zu Fuß wäre das ein sehr großer Umweg gewesen. Im Keller läuft ein erschütternder 30-Minuten-Film mit umfangreichem Originalmaterial aus der Zeit von November 1944, als die Stollenbauarbeiten begannen, bis April 1945, der Räumung, sowie den ersten Nachkriegsjahren. Um den Truppenübungsplatz herum gab es schon immer Kasernen und Munitionsfabriken – Arbeitsplätze für die Bevölkerung -, besonders um Ohrdruf und Crawinkel; vom dortigen Bahnhof wurden Gleisanschlüsse gelegt. Hier an diesem zentralen, abgelegenen Ort wollte Hitler sein letztes Führerhauptquartier anlegen. Das KZ Buchenwald wurde um das Außenlager S III erweitert, viele Zwangsarbeiter wurden hier eingesetzt, mussten im Winter bei Schnee in Zelten oder Baracken ohne Heizung und ausreichendes Essen leben und mit Feldbahnloren oder zu Fuß in die Schächte einrücken, bei jedem Einsatz blieben Tote aus Erschöpfung und damit zusammenhängenden Misshandlungen zurück. Viele, die das überlebt haben, sind dann während der Räumung beim Marsch nach Buchenwald umgekommen, am Ende waren es etwa 5000. Es ist uns nach wie vor unvorstellbar, wie Menschen so mit anderen Menschen umgehen können oder sie einfach als minderwertig erklären und daraus die Rechtfertigung für solche Behandlung ziehen können. Umso wichtiger ist es, dass ein Verein dafür sorgt, dass diese Taten nicht vergessen werden. Wir sehen einige Pläne der Bahnen und Stollenanlagen und ein großes Modell, dann machen wir uns auf den Weg<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103175AT.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103175AT.jpg" alt="" title="DS103175AT" width="280" height="74" class="alignleft size-full wp-image-4630" /></a> um Arnstadt herum ins Tal.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103177.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103177.jpg" alt="" title="DS103177" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4631" /></a> Die Wilde Weisse ist ein kleines, ausgetrocknetes Bachtal, das nur bei Hochwasser Wasser führt, kleine alte Betonbrücken verengen die Durchfahrt auf zwei Meter. Auf der Straße ist etwas Verkehr,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103183.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103183.jpg" alt="" title="DS103183" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4632" /></a> in Grüppchen kommen Autos, Fahrräder und Motorräder; viele MZ und noch ältere Modelle, sogar eine NSU von 1928, sind unterwegs, das liegt wohl am Feiertag und speziellen Veranstaltungen. Die Streckenführung macht ihrem Namen Jonastal alle Ehre, sie ist optimal, heute auch beim Wetter, an Marlis angepasst. Auf den 15 km nach <strong>Crawinkel</strong> steigt die Straße ganz gleichmäßig und windgeschützt mit durchschnittlich 1,5% an, gut befahrbar, der Lohn kommt netterweise auf der Rückfahrt. Das Tal ist leicht bewaldet, zwischendurch Wiesen, Felder, Apfelbäume, vieles schon herbstlich gefärbt und sonnenbeschienen. Die Hänge kommen näher und werden höher, der Muschelkalk<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103192.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103192.jpg" alt="" title="DS103192" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4633" /></a> schaut in größer werdenden Flächen heraus. Wir passieren das Denkmal zu den Ereignissen, auf dem Nebenhang durch die Dörfer Espenfeld und Gossel läuft der Bach-Radweg. Dann kommen die steilsten und höchsten Hänge,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103200.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103200.jpg" alt="" title="DS103200" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4634" /></a> obendrauf noch heute Militärgelände. Hier wurden etwa 25 Stollen in den Berg getrieben; Eingänge sind kaum mehr zu erkennen;<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103212.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103212.jpg" alt="" title="DS103212" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4636" /></a> über die eingeschnittene Kante<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103204.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103204.jpg" alt="" title="DS103204" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4635" /></a> ist in den Jahrzehnten einiges Geröll gerutscht, nur in einzelnen Fällen ist noch der obere, verschlossene Rest einsehbar. Das Plateau, auf dem die Feldbahnen gefahren sind, kann man sich noch vorstellen, das Betonfundament der Kompressorstation<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103196.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103196.jpg" alt="" title="DS103196" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4637" /></a> und Reste von Kies-Verladeeinrichtungen sind zu sehen. Vieles werden die Nazis beim Rückzug selbst zerstört haben, deswegen ist der Verfall weit forgeschritten. Der Jonastalverein hat einen Rundweg angelegt, auf dem mit Tafeln geschichtsträchtige Punkte mit historischen Fotos erläutert werden. Betroffen verlassen wir diesen Teil und wenden uns der Landschaft zu;<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103206.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103206.jpg" alt="" title="DS103206" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4638" /></a> das Tal erweitert sich wieder und steigt an,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103215.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103215.jpg" alt="" title="DS103215" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4639" /></a> bis kurz vor Crawinkel das Plateau erreicht ist. In dem kleinen, ruhigen, nicht touristischen Ort mit dörflichem Charakter ziehen wir über den Marktplatz, finden die Gemeindeschenke allerdings nicht einladend, das zweite Lokal ist zu, im dritten<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103232.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103232.jpg" alt="" title="DS103232" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4640" /></a> werden wir freundlichst bedient und bekommen was zu trinken, das wir auf der sonnigen Bank auf dem gegenüberliegenden Platz zu uns nehmen. Dann machen wir uns auf den Rückweg,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103236.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103236.jpg" alt="" title="DS103236" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4641" /></a> Marlis lässts gemächlich rollen, Treten ist in der Richtung fast überflüssig, ich nehme einen Abstecher über den hier beginnenden Kamm mit Blick über das Plateau bis zum Thüringer Wald und durch das nächste Dorf Gossel, da kann ich mich auf einigen Hügeln und einer Kopfsteinabfahrt austoben. Wir treffen uns an der Straße<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103242.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103242.jpg" alt="" title="DS103242" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4642" /></a> und rollen gemütlich<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103249.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103249.jpg" alt="" title="DS103249" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4643" /></a> mit den letzten Sonnenstrahlen<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103253AT.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103253AT.jpg" alt="" title="DS103253AT" width="280" height="117" class="alignleft size-full wp-image-4644" /></a> nach Arnstadt, dabei machen wir unser Foto mit den Fahrrädern und dem Jonastal-Straßenschild. Bei der Durchfahrt durch das Zentrum schauen wir nach geeigneten Abendlokalen; da wir nichts berauschendes finden, kehren wir wieder in der Brauerei ein, die heutige Bockbier-Anstichkarte bietet neue Abwechslung. So bleibt noch etwas Zeit zum Texten und Bearbeiten von Fotos. </p>
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		<title>2. Oktober: über die Wartburg nach Arnstadt</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 09:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim (Text) &#38; Marlis (Fotos)</dc:creator>
				<category><![CDATA[eigenes Ziel]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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		<description><![CDATA[Fahrt über Eisenach nach Arnstadt mit Besichtigung der Wartburg Der Himmel ist gnadenlos blau, am Vormittag starten wir aufgeregt in Ludwigshafen zur letzten Reise, wie immer durch Mannheim. Die Route des ICE ist geplant verändert; wegen Bauarbeiten läuft es dieses &#8230; <a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/2011/10/03/2-oktober-uber-die-wartburg-nach-arnstadt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fahrt über Eisenach nach Arnstadt mit Besichtigung der Wartburg</strong></p>
<p>Der Himmel ist gnadenlos blau, am Vormittag<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103081AT.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103081AT.jpg" alt="" title="DS103081AT" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4606" /></a> starten wir aufgeregt in Ludwigshafen zur letzten Reise, wie immer<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103084T.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103084T.jpg" alt="" title="DS103084T" width="280" height="186" class="alignright size-full wp-image-4607" /></a> durch Mannheim. Die Route des ICE ist geplant verändert; wegen Bauarbeiten läuft es dieses Wochenende<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103089.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103089.jpg" alt="" title="DS103089" width="280" height="186" class="alignleft size-full wp-image-4608" /></a> über <strong>Frankfurt-West</strong><a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103095.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103095.jpg" alt="" title="DS103095" width="186" height="280" class="alignright size-full wp-image-4609" /></a> und Gießen nach Kassel. In Bachs Geburtsstadt <strong>Eisenach</strong> machen wir einen Zwischenstopp, beim letzten Stadtbesuch hat es nicht für die <strong>Wartburg</strong> gereicht, heute ist das Wetter auch viel geeigneter. Die Stadtbusse fahren in Eisenach am Sonntag selten; wir machen nicht lange rum und starten zu Fuß, nach einer flotten Dreiviertelstunde durch die volle,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103103.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103103.jpg" alt="" title="DS103103" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4610" /></a> verkaufsoffene Fußgängerzone sind wir oben.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103108D.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103108D.jpg" alt="" title="DS103108D" width="187" height="280" class="alignright size-full wp-image-4611" /></a> Hier ist es belebt, aber nicht überfüllt, die Anlage selbst ist frei zugänglich und lange offen. Die charakteristischen Fachwerkgänge<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103115FP.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103115FP.jpg" alt="" title="DS103115FP" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4612" /></a> erkennen wir sofort, den Rest nicht. Die Anlage thront auf einer 200 Meter über Eisenach liegenden Bergspitze mit besonders heute phantastischer Sicht in alle Richtungen<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103112TL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103112TL.jpg" alt="" title="DS103112TL" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4613" /></a> und direkt auf den Großen Inselsberg. Die Ursprünge stammen aus dem 11. Jahrhundert von Ludwig dem Springer,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103118.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103118.jpg" alt="" title="DS103118" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4615" /></a> ein entsprechend restaurierter Wohnraum im italienisch angehauchten Palas kommt in der Führung sogar vor. Besonders auffällig sind der zweite<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103122.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103122.jpg" alt="" title="DS103122" width="187" height="280" class="alignright size-full wp-image-4616" /></a> Wohnraum im selben Grundriss, jedoch komplett ausgekleidet mit Glasmosaiken zum Leben der heiligen Elisabeth, die von hier aus im 12. Jahrhundert nach Marburg gegangen und mit 24 Jahren gestorben ist, sowie der Sängersaal und der reich dekorierte Rittersaal<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103131AL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103131AL.jpg" alt="" title="DS103131AL" width="187" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4617" /></a> aus dem 19. Jahrhundert, bei dessen Architektur Franz Liszt mitgewirkt hat, so dass er einen hervorragenden Ruf als Konzertsaal hat. Zu Luthers Zeit als Junker Jörg war die Burg in großen Teilen verfallen,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103133.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103133.jpg" alt="" title="DS103133" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4618" /></a> sie eignete sich daher bestens als Versteck, da dort niemand suchte. Wir sehen seine Stube mit dem mittlerweile komplett von Touristen<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103135TL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103135TL.jpg" alt="" title="DS103135TL" width="187" height="280" class="alignleft size-full wp-image-4619" /></a> abgekratzten Tintenfleck, wo er das neue Testament übersetzt hat. Die Wartburg hat etwas Spezielles, wenn nicht Einmaliges: Die Anlage ist in keiner Weise geordnet oder stilrein, eher eine Sammlung von Ideen und Bedarf<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103142PL.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103142PL.jpg" alt="" title="DS103142PL" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4620" /></a> jeweiliger Generationen. Die Lage auf dem 400 Meter hohen Felsen ist exponiert, und es fanden geschichtsträchtige Ereignisse statt: Elisabeth von Thüringen, Minnesänger, Luther, Goethe, Wartburgfest, Liszt, Wagner.<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103152.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103152.jpg" alt="" title="DS103152" width="280" height="187" class="alignleft size-full wp-image-4622" /></a> Mit dieser Geschichte ist es nicht verwunderlich, dass die Burg im 19. Jahrhundert schon als nationales Denkmal galt und praktisch neu mit alten Bezügen aufgebaut wurde. In der Vorburg ist mittlerweile ein Nobelhotel ansässig, über den Parkplatz und den Burgweg gehen wir durch bergige, gut erhaltene Villenviertel,<a href="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103157.jpg"><img src="http://www.bahn-zeit-reise.de/wp-content/uploads/2011/10/DS103157.jpg" alt="" title="DS103157" width="280" height="187" class="alignright size-full wp-image-4623" /></a> die uns an das Briller Viertel in Wuppertal erinnern, zum Bahnhof zurück. Planmäßig erreichen wir, jetzt schon im Dunkeln, <strong>Arnstadt</strong>-Süd und gehen direkt zum überraschend großen Komplex des Brauhaus-Hotels. Hier wurden nach der Wende die historischen Backsteingebäude der Felsenkellerbrauerei zu einem Park mit Brauerei, Biergarten, Hotel, Stadthalle und Saunapark ausgebaut, schön am Hang gelegen. In der großen Brauerei-Gaststätte ist noch richtig was los, natürlich essen wir hier, das Zentrum kennen wir ja schon, und auf zwei Kilometer Fußweg sind wir nicht besonders scharf. Wie üblich bin ich am ersten Reisetag früh müde und schlafe erstmal eine Runde. Um Mitternacht ist dann Anstoßen dran, in dieser Gegend natürlich mit Rotkäppchen trocken, sonst nicht gerade unsere Hausmarke: Wir haben uns vor 16 Jahren kennengelernt!</p>
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