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	<title>Kommentare zu: 9. November: Bremerhaven</title>
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	<description>Bahncard100-Reisen zu Orten der Erinnerung oder Sehnsucht von Ideengebern</description>
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		<title>Von: Rolf Krueger</title>
		<link>http://www.bahn-zeit-reise.de/2010/11/10/9-november-bremerhaven/#comment-108</link>
		<dc:creator>Rolf Krueger</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 17:51:29 +0000</pubDate>
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		<description>Und schon wieder er.

Hab mir gerade den Film vom Bau der Forschungsstation Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis angeguckt. Astrein, dass ihr den mitgebracht habt. 

Schade, wenn man die eigenen Träume nicht so leben konnte wie man wollte, jetzt ein bisschen zu ältlich und wohl schon immer ein bisschen zu krank zu solchen Taten ist. Also, träumen und mit den Augen von anderen gucken und ihre Hände tun lassen.

Wunderschön, wenigstens anderen dabei zuschauen zu können, wie sie die Träume wahr werden lassen. 

Danke.
Rolf</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und schon wieder er.</p>
<p>Hab mir gerade den Film vom Bau der Forschungsstation Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis angeguckt. Astrein, dass ihr den mitgebracht habt. </p>
<p>Schade, wenn man die eigenen Träume nicht so leben konnte wie man wollte, jetzt ein bisschen zu ältlich und wohl schon immer ein bisschen zu krank zu solchen Taten ist. Also, träumen und mit den Augen von anderen gucken und ihre Hände tun lassen.</p>
<p>Wunderschön, wenigstens anderen dabei zuschauen zu können, wie sie die Träume wahr werden lassen. </p>
<p>Danke.<br />
Rolf</p>
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		<title>Von: Rolf Krueger</title>
		<link>http://www.bahn-zeit-reise.de/2010/11/10/9-november-bremerhaven/#comment-24</link>
		<dc:creator>Rolf Krueger</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 07:37:41 +0000</pubDate>
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		<description>Moin,
tja, das AWI ist einer meiner Sehnsuchtsorte, Biologie und Naturwissenschaften. Gestern kam der dicke Pack bei mir an. Hab gleich reingeguckt und stiess auf die BAH, die biologische Anstalt Helgoland, die auch zum AWI (Alfred-Wegener-Institut) gehört. Das wusste ich zwar, hatte es irgendwie aber bei der Wahl gar nicht bedacht. Schreibe gerade ein Angebot für die. Dann kam der Flashback: Meine Diplomarbeit habe ich über eine Meeresalge gemacht in Zusammenarbeit mit der BAH. War 8x auf Helgoland.
Beim Durchblättern des blauen Büchleins ging es Schlag auf Schlag:
- Auf S. 34 der alte Professor Kornmann mit seinem Assistenten Sahling, der uns 1980 etwas von oben herab, aber sehr kooperativ mit Algenmaterial versorgte. Kornmann war damals glaube ich 68 und sein Assistent über 70. Ihre Algen züchteten sie in einer alten Kühltheke, die sie, glaube ich, in einer Metzgerei abgestaubt hatten. 
- Dann die FK (Forschungskutter) &quot;AADE&quot;, mit der wir vor Helgoland auf See waren. An Schiffsmann Klings auf S. 37 kann ich mich auch noch dunkel erinnern.
- FK &quot;Uthörn&quot;, mit der war ich wohl 2x draussen. Das Schiff ohne Herkunft. Es weiss wohl niemand, wann es wo gebaut wurde. Im 2. Weltkrieg gingen die Papiere verloren, es fuhr als &quot;Kriegsfischkutter&quot; unter den Nazis, nach dem 2. Weltkrieg bekam es die BAH. Wir fuhren als meeresbiologischer Kurs mit. Schon bei Windstärke 2-3 rollte und schlingerte es heftig und bekam bei uns so seinen Spitznamen &quot;Wellensuchgerät&quot;. Die Hälfte der Truppe hing auch ohne Wind über der Reling und kotzte, was das Zeug hielt. Der Käpitän stand seelenruhig auf seiner Brücke und grinste leise vor sich hin. Wenn dann noch das Schleppnetz über die Seite rausging (Die Uthörn war im Gegensatz zur schon lange üblichen Technik des &quot;Heckfängers&quot; noch ein &quot;Seitenfänger&quot;), kam Schlagseite von vielleicht 20° dazu. Wir Landratten brauchten fast Todesmut, um von einer Schiffseite auf die andere zu kommen, was das Grinsen des Käpitäns nur steigerte.
- Und dann das Felswatt im Norden, das wir im April untersuchten. Wassertemperatur minus! 1,3°C. Die Mitarbeiter schärften uns ein, dass jeder, der ins Wasser fällt, zur Not mit leichter Prügel im Dauerlaufschritt zum Gästehaus zu treiben ist. Ansonsten ist das lebensgefährlich. Diese Regel rettete mir möglicherweise ein paar Jahre später das Leben, als ich in Dänemark bei -5°C 50 m vor der Küste durch Blödheit ins Eis einbrach und 2 km bis nach Hause hatte. Immer brav gestolpert und gerannt, bis zur Hüfte alles völlig gefühllsos, aber wieder aufweckbar.
- Delesseria sanguinea, der &quot;blutrote Meerampfer&quot;, die schönste Rotalge, die ich kenne auf S. 41. Schnell gekramt, und da ist sie auch in meinem kleinen Herbarium vom Meeresbiologischen Kurs auf Helgoland vor gut 30 Jahren, frisch wie am 1. Tag.

So, das war jetzt nicht Bremerhaven, aber Erinnerung der reinsten Form.
Dankschön
Rolf</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Moin,<br />
tja, das AWI ist einer meiner Sehnsuchtsorte, Biologie und Naturwissenschaften. Gestern kam der dicke Pack bei mir an. Hab gleich reingeguckt und stiess auf die BAH, die biologische Anstalt Helgoland, die auch zum AWI (Alfred-Wegener-Institut) gehört. Das wusste ich zwar, hatte es irgendwie aber bei der Wahl gar nicht bedacht. Schreibe gerade ein Angebot für die. Dann kam der Flashback: Meine Diplomarbeit habe ich über eine Meeresalge gemacht in Zusammenarbeit mit der BAH. War 8x auf Helgoland.<br />
Beim Durchblättern des blauen Büchleins ging es Schlag auf Schlag:<br />
- Auf S. 34 der alte Professor Kornmann mit seinem Assistenten Sahling, der uns 1980 etwas von oben herab, aber sehr kooperativ mit Algenmaterial versorgte. Kornmann war damals glaube ich 68 und sein Assistent über 70. Ihre Algen züchteten sie in einer alten Kühltheke, die sie, glaube ich, in einer Metzgerei abgestaubt hatten.<br />
- Dann die FK (Forschungskutter) &#8220;AADE&#8221;, mit der wir vor Helgoland auf See waren. An Schiffsmann Klings auf S. 37 kann ich mich auch noch dunkel erinnern.<br />
- FK &#8220;Uthörn&#8221;, mit der war ich wohl 2x draussen. Das Schiff ohne Herkunft. Es weiss wohl niemand, wann es wo gebaut wurde. Im 2. Weltkrieg gingen die Papiere verloren, es fuhr als &#8220;Kriegsfischkutter&#8221; unter den Nazis, nach dem 2. Weltkrieg bekam es die BAH. Wir fuhren als meeresbiologischer Kurs mit. Schon bei Windstärke 2-3 rollte und schlingerte es heftig und bekam bei uns so seinen Spitznamen &#8220;Wellensuchgerät&#8221;. Die Hälfte der Truppe hing auch ohne Wind über der Reling und kotzte, was das Zeug hielt. Der Käpitän stand seelenruhig auf seiner Brücke und grinste leise vor sich hin. Wenn dann noch das Schleppnetz über die Seite rausging (Die Uthörn war im Gegensatz zur schon lange üblichen Technik des &#8220;Heckfängers&#8221; noch ein &#8220;Seitenfänger&#8221;), kam Schlagseite von vielleicht 20° dazu. Wir Landratten brauchten fast Todesmut, um von einer Schiffseite auf die andere zu kommen, was das Grinsen des Käpitäns nur steigerte.<br />
- Und dann das Felswatt im Norden, das wir im April untersuchten. Wassertemperatur minus! 1,3°C. Die Mitarbeiter schärften uns ein, dass jeder, der ins Wasser fällt, zur Not mit leichter Prügel im Dauerlaufschritt zum Gästehaus zu treiben ist. Ansonsten ist das lebensgefährlich. Diese Regel rettete mir möglicherweise ein paar Jahre später das Leben, als ich in Dänemark bei -5°C 50 m vor der Küste durch Blödheit ins Eis einbrach und 2 km bis nach Hause hatte. Immer brav gestolpert und gerannt, bis zur Hüfte alles völlig gefühllsos, aber wieder aufweckbar.<br />
- Delesseria sanguinea, der &#8220;blutrote Meerampfer&#8221;, die schönste Rotalge, die ich kenne auf S. 41. Schnell gekramt, und da ist sie auch in meinem kleinen Herbarium vom Meeresbiologischen Kurs auf Helgoland vor gut 30 Jahren, frisch wie am 1. Tag.</p>
<p>So, das war jetzt nicht Bremerhaven, aber Erinnerung der reinsten Form.<br />
Dankschön<br />
Rolf</p>
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